Suche
  • We love (Trail-)running
  • © 2014
Suche Menü

Hexentanz – 104 harte Kilometer im Harz

Am 25.04. mache ich mich auf den Weg nach Osterode ins Hotel „Harzer Hof“. Nach ettlichen Staus bin ich dann um 18 Uhr endlich da. Gerade angekommen, werde ich von Micha Frenz „dem Hexer“ begrüßt. Erst mal wird das Zimmer bezogen, das ich noch mit zwei super netten Mitläufern teilen darf. Danach geht es dann zum Briefing, bei dem uns Micha die Strecke au Detail vorstellt, uns auf alles Wichtige hinweist und uns noch mal die letzten Tipps gibt.
Danach geht’s zum Essen und gemütlichen Zusammen sein. Nach dem eine oder anderen alkfreiem Hefeweizen und einigen netten Gesprächen geht es ab ins Bett. Am nächsten morgen heißt es früh aufstehen und fit sein.

hotel-harzer-hof_de

Nach dem Frühstück werden wir mit dem Bus nach Tahle gefahren. Auf den 1 ½ ständigen fahrt, können wir immer mal wieder einen Blick auf einzelne Streckenteile werfen.
Ich freu mich nun drauf, wenn es bald los geht….. An der Mahrzweckhalle in Thale angekommen, haben wir nun noch die Möglichkeit, die Trinkblasen und Flaschen zu füllen bevor dann, nach eine kurzen Ansprache durch Micha und 10 der Startschuss fällt.

Micha hat die Streck auf Meldeläufer.de so beschrieben:

“Die Streckenlänge beträgt hier 104 km. Besonders schöne Abschnitte sind das Windeltreppental als auch die Wolfswarte. Trailfreunde werden insbesondere dort ihren Spaß haben. Es wird der Brocken südlich umgangen, mehrere Ortschaften werden mit in die Streckenführung integriert, damit eine Versorgung möglich wird. Es wird nicht durchgängig auf dem Harzer Hexenstieg gelaufen – eine gute Orientierung mit Karte (wird ausgehändigt), besser aber mit GPS ist nun notwendig.Und obgleich der Brocken schon erlaufen wurde, so liegen in diesem Streckenabschnitt nicht minder wenige Höhenmeter.”

von-thale-nach-osterode

Ich lauf mal wieder zu schnell los, wie sollte es denn auch anders sein, aber das werde ich erst viel Später bereuen, derzeit ist noch alles in bester Ordnung. Ich laufe der Horde hinterher, und prompt hat jemand den Falschen Weg eingeschlagen und wir kämpfen uns Querfeldein durch den Wald.

Unverzichtbares Utensil ist des GPS Gerät. Ich habe es recht neu und bin mit der Bedienung noch nicht ganz 10259935_734697949894293_4345354136460235535_nvertraut, aber „learning by doing“ ist das beste Rezept und alle Schwierigkeiten die ich noch hatte sollten nach dem Lauf der Vergangenheit angehören.

War ist es zu diesem Zeitpunkt und die Route führt uns hinauf zum Hexentanzplatz. Man man, das ist ganz schön schweißtreibend, vor allem wenn man aus dem Wald raus kommt.

Nach 11 km erreiche ich den ersten VP im Hotel Bodeblick in Treseburg. Allerdings wollte ich mich hier gar nicht lange aufhalten. Ich habe mich kurzer Hand in die Liste eingetragen und bin weitergelaufen.

Auf dem Weg Richtung Hasselfelde führte uns der GPS Track kurzerhand abseits des „normalen“ Weges. Erst waren wir unsicher, da ein Teil der Läufer weiter auf dem normalen Weg geblieben ist, dann haben wir uns dazu entschieden, den Ausflug in die „Pampa“ zu machen. Es ging einen Abhang rauf und auf der Gegenseite wieder runter…. Und schon sind wir wider auf dem Hexensteig unterwegs.

In einer kleinen Gruppe laufen wir nach Hasselfelde. Hier gibt es einen Selbstverpflegungspunkt bei einer Tankstelle bei km 26. Diesen kann man allerdings lt. Michas Aussage auch auslassen. Wir sparen uns die paar Meter und kaufen bei Norma Wasser und laufen weiter.

Wir laufen erst mal weiter auf dem Harzer Hexenstieg. Irgendwann verliere ich meine momentanen Begleiter und bin auch mich alleine gestellt. Das stört mich gerade auch nicht weiter, aber ich muss mich trotzdem innerlich immer wieder selbst antreiben, einfach weiter zu laufen. Gefühlt dauert es eine Ewigkeit, bis ich den VP bei km 43 erreiche. Hier in Mandelholz ist auch schon unsere Dropbag hinterlegt. Recht früh für meine Verhältnisse, aber gut, es ist ja doch für jeden gleich.
Ich esse und trinke ne Kleinigkeit zur Stärkung bevor ich meinen Rucksack umpacke (Stirnlampe, Jacke usw.) und frische Klamotten anziehe.

Weiter geht’s ! 20 km sind es bis zum nächsten VP. Auf der nun folgenden Strecke werde ich von einigen Läufern eingeholt. Eine Zeit lang Laufe ich mit Guido und Simone. Auf dem Weg nach St. Andreasberg setzt denn auch noch Regen ein…. Na gut, das stehen wir auch durch.
Die Zeit vergeht recht schnell da ich dauerhaft Begleitung und Unterhaltung habe. Bevor die Dunkelheit einsetzt erreichen wir dann St. Andreasberg. Hier gibt’s für mich trockene Nudeln mit Salz, viel Flüssigkeit und Magnesium, da ich mal wieder Wadenkrämpfe habe.

VP Adrenalintours

VP Adrenalintours

Als wir wieder weiterlaufen, fühle ich mich nicht gut. Mir ist kalt und das ist irgendwie unangenehm. Nach 2 km legt sich aber das Gefühlt und es läuft auch wieder besser. Mit einsetzender Dämmerung laufen wir an den Oderteichen entlang. (Der Oderteich war 170 Jahre lang, die Talsperre in Deutschland mit der höchsten Staumauer (1722 bis 1891).
Weiter führte aus der Weg auf die Wolfswarte, von hier aus soll man einen Blick auf den Brocken haben – gut auf diesen müssen wir aufgrund der Dunkelheit verzichten. Der nächste VP ist nur wenige km entfernt in Altenau.
Nach einer kleinen Stärkung geht’s auf die vorletzte Etappe Richtung Claustal Zellerfeld. Dieser Streckenabschnitt macht mir sehr zu schaffen. Wir laufen auf einer alten Bahntrasse entlang, kilometerweit immer geradeaus, mit ganz leichter Steigung. Der Nebel sorgt zusätzlich für schlechte Sicht und der Weg will und will gefühlt nicht enden.
Irgendwann fange ich an zu gehen, mein Kopf macht nicht mehr mit. Ich habe beschlossen bis zum VP in Claustal Zellerfeld zu gehen und dann erst mal wieder meine Reserven aufzufüllen.
Am VP sagt uns Micha, dass viele Läufer von hier aus noch knapp 4 Stunden für die 15 km bis Osterode benötigen. Das wollen wir nicht glauben und wir lassen es dann „laufen“. Seit Claustal Zellerfeld laufe ich in Begleitung von Iris und Oli. Nach ca. 1:50 h haben wir das Ziel, das Hotel Harzer Hof erreicht. Über 17 h, damit hätte ich nicht gerechnet. Obwohl die Strecke auch nicht 104 km sondern ca. 110 km lang war.

Fix und Fertig aber glücklich über das Finish, lasse ich mir erst mal ein alkfreies Weizen schmecken, bevor es unter die Dusche und danach zur Massage geht.

Ich gönne mir noch 2 Stunden schlaf, dann gibt’s Frühstück, danach finden die Siegerehrung und Urkundenübergabe statt.10269502_736264583070963_1616980538468913900_n

Mein Fazit: Die Strecke ist deutlich härter, als ich das erwartet hatte.Ohne GPS Gerät, ist es nahezu unmöglich ohne Extrakilometer ins Ziel zu kommen, zum Glück hatte ich eins. Die Organisation durch Micha und sein Team ist absolut TOP. Was ich nicht ganz Ideal fand, war die Dropbag Station, die für meine Verhältnisse zu früh kam. Das Preis/Leistungsverhältnis habe ich als echt fair empfunden, wenn man rechnet, das in den 99 € die Übernachtung, Abendessen, Kartenmaterial, Verpflegung und gute Stimmung inklusive waren.
Wenn ich ein weiters mal an den Hexenstieg Eventtagen teilnehmen würde, dann entweder auf den 216 km langen Strecken (der Hinweg führt über den Brocken, der Rückweg ist identisch mit dem 110 km Lauf) oder wenn Micha es in Zukunft anbietet, würde ich die 110 km Strecke von Osterode nach Thale unter die Füße nehmen… nur mal so als Anregung ;-)

Autor:

Ich bin Andy, seit einigen Jahren ist Trailrunning meiner Leidenschaft. Dabei stehen nicht die Wettkämpfe und Platzierungen im Vordergrund. Mein Traum ist es, Orte auf der ganzen Welt zu erlaufen, je abgelegener desto besser. Das Erlebnis, einen Ort zu Fuß zu erreichen und dabei auch mal die eigenen Grenzen zu verschieben, ist so einmalig, dass ich es niemals wieder missen möchte. Gerne berichte ich euch von diesen Abenteuern und nehme euch mit in die Welt der Trails. "Design your life or your life designs you!"

Schreibe einen Kommentar