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Grossglockner Trail 50 km / 2500 Hm

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Nachdem ich dieses Jahr noch keinen Wettkampf gelaufen bin, habe ich mich natürlich riesig auf diesen Ultra gefreut. Da mein Kollege leider nicht starten konnte, habe ich seine Startnummer für den Glockner Trail übernommen.

Ich hatte zuerst überlegt, doch die 110 km Strecke in Angriff zu nehmen, aber die Vernunft hat gesiegt und ich blieb bei den 50 km, die definitiv nicht „ohne“waren.

Am Freitag reiste ich nach Kaprun an. Nach dem Abholen der Startunterlagen und der Suche nach einer Unterkunft hab ich mich dann zur Einstimmung auf das Rennen am nächsten Tag, noch ein bisschen auf den Trails in der Gegend rumgetrieben. Um 18 Uhr hab ich mir dann den Start der 100 er angeschaut und nebenher zu Abend gegessen.

Am Samstag früh um 5:30 Uhr fuhr ich denn mit dem Bus nach Kals an der Glocknerstaße, wo der Start für den 50er war. Das Wetter war, naja leichter Regen, aber die Temperaturen waren in Ordnung. Nach einem kleinen Frühstück  ging es  dann um 8:30 Uhr los.

Die ersten 12 km bis zum Kalser Tauernhaus waren weder spannen, noch großartig anspruchsvoll. Ein bisschen auf uns ab auf Wald und Wirtschaftwegen (ca 400 Hm) das wars.

Aber dann wurde die Strecke alpiner, steiniger und schöner. Es folgte der erste große Anstieg zum Kalser Tauern, der auf ca 2500 m liegt. Es lagen also 700 Hm vor uns.  Kurz hinter dem Kalser Tauern war dann der erste richtige VP bei Km 20, das Berghotel Rudolfshütte, dass ich nach 3:10 Std erreichte. Bis dahin war ich auch guter Dinge.

Frisch gestärkt und gut gelaunt zog ich weiter. Bergab Richtung Stausee, einmal über die Staumauer auf die anderen Seite. Gefühlt kam ich super voran, die Strecke war auch sehr schön laufbar, von zwei kleinen gesicherten Klettereien mal  abgesehen.

Doch so blieb es nicht. Zwischen km 25 und 35 zog sich die Strecke wie Kaugummi. Wir liefen auf grasbewachsenen Single Trails auf und ab. Das nahm und nahm kein Ende.  Bei km 33 schien es schon auf den letzten Anstieg des Laufes zu gehen. Doch weit gefehlt, Wir überqueren lediglich eine Scharte auf 2300 m um bis auf 2050 m wieder abzusteigen.

Schlussendlich stehe ich tatsächlich vor dem Schlussanstieg der  „Schmiedinger Scharte“. Nochmal knapp 700 Hm liegen vor mir und meinem Holländischen Mitläufer, dem  ich auf der Strecke irgendwann einmal begegnet bin.

Anfangs geht der Anstieg recht gut, allerdings ziehen dichte Wolken auf und es beginnt zu regnen. Was den Anstieg rutschig und sehr matschig machte. Bald waren wir komplett im Wolkennebel verschwunden. Der Anstieg mit einigen seilgesicherten Passagen brachte mich schon ans Limit.

Nach endlos langer Anstiegszeit und klatschnass überquere ich die Scharte und mach mich auf den Abstieg von 2700 m auf ca. 900m nach Kaprun. Nach einer kurzen Stärkung am VP „Alpincenter Kitzsteinhorn“ will ich nur nach ins Ziel. Der Regen wird immer heftige, ich bin einfach durch. Doch 1800 HM Abstieg plus 5 Km Flach bis Kaprun wirken fast endlos.

Umso glücklicher bin ich, dass ich nach 10:59 Std. endlich durchs Ziel laufen kann.

Mein Fazit: Es ist ein schöner Lauf, wenig VP´s wie ich finde, man ist sehr auf sich selbst gestellt. Der zweite Streckenteil inkl . Schlussanstieg ist deutlich härter als die erste Hälfte.

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Autor:

Ich bin Andy, seit einigen Jahren ist Trailrunning meiner Leidenschaft. Dabei stehen nicht die Wettkämpfe und Platzierungen im Vordergrund. Mein Traum ist es, Orte auf der ganzen Welt zu erlaufen, je abgelegener desto besser. Das Erlebnis, einen Ort zu Fuß zu erreichen und dabei auch mal die eigenen Grenzen zu verschieben, ist so einmalig, dass ich es niemals wieder missen möchte. Gerne berichte ich euch von diesen Abenteuern und nehme euch mit in die Welt der Trails. "Design your life or your life designs you!"