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BMW Frankfurt Marathon – 30.10.2011

Nach langem trainieren war es endlich soweit. Das Frankfurt
Marathon Wochenende stand vor der Tür und die Freude war natürlich riesig.

Nicht umsonst hatte ich mich Monatelang auf dieses Event
vorbereitet.  Dementsprechend war ich etwas nervös und auch
gespannt was mich erwarten würde.

Samsatgmittags sind wir dann nach langem Stau endlich in Frankfurt angekommen, hatten das Hotelzimmer bezogen und sind dann sofort los zur Frankfurter Messe um unsere Startunterlagen abzuholen.
Die Marathonmesse war sichtlich gut besucht, die Ausgabe der Startnummern verlief dennoch sehr reibungslos und schnell.

Nun ging es in die angrenzende Festhalle, die am Sonntag dann auch das Ziel darstellte.
Hier fand die Nudelparty statt.
Es war natürlich die Hölle los, aber was erwartet man bei mehr als 15.000 Marathonläufern auch. Danach ging’s dann noch in die Stadt,es gab noch eine Pizza als Abendessen und damit war der letzte Tag vor meinem großen Event auch schon vorbei.

Am Sonntagmorgen war dann die Aufregung schon deutlich spürbar. Der große Tag war da. Erst hieß es Frühstücken und dann ab zur Messe…Naja evtl. hätten die öffentlichen Verkehrsmittel darauf hinweisen können, dass sie nicht zur Messe, sondern eine alternative Route fahren, die uns nichts gebracht hat und somit hätten wir vom Hotel aus gleich laufen können ….

Aber prinzipiell war es auch egal, jetzt zählte sowieso nur noch das Rennen….
Kleiderbeutel noch abgeben, ein bisschen warmlaufen und ab in den Startblock.

Die Minuten vergingen und es ging los. Ich startete aus dem 4. Startblock, was mir die Gelegenheit gab, langsam nach vorne laufen zu können und die Stimmung, die vielen Zuschauer und die Anfeuerungen noch etwas aufzunehmen….
Aber dann war es soweit, ich lief über die Zeitnahmematte und es ging los.
Mein Ziel war es die erste Hälfte des Rennens etwas langsamer anzugehen, was mir auch von km 1 bis 5 gelang (Pace 5,21/je km). Genau im Plan dachte ich, dann ließ ich mich allerdings von der Gruppe mitreißen und das Tempo verschärfte sich, allerdings durch den viele Zuschauer und die Stimmung war das kaum spürbar und ich ging das höher Tempo bis km 25 mit (Pace ca. 5,07/je km).
Ein Fehler, des sich später noch böse rächen wird.

Einige Km verlief die Strecke durch die Frankfurter Innenstadt, zwischen den Hochhäusern hin und her.
Kurz nach km 14 überquerten wir den Main und es ging am Main entlang nach Schwanheim (hier erreichten wir die Halbmarathonmarke, ich mit der Zeit von 1:49 Std.)zurück über den Main nach Nied und dann zu äußersten Punkt der Strecke in Höchst. Die Stimmung war auch hier absolut toll, allerdings war die Streckenführung hier natürlich lange nicht so Spannend wie es in der Innenstadt der Fall war.

Mental sowie körperlich gings es mir gut, wir sind nun ca bei KM 28 und die Strecke verläuft nun über Griesheim und dann über die lange Mainzer Landstr. wieder zurück die City.

Ich erreiche den KM 35 mit einer Laufzeit von 3:02 Std. alles super ich bin voll im Plan, bzw. ich bin durch das hohe Anfangstempo noch 5 Minuten dem Plan voraus.

Natürlich wurden die Beine schon etwas schwerer, aber mein Gefühl war noch super. Jedoch schlagartig ab KM 36 fühlte sich meine Köper auf einmal total leer. Die Beine schwer wie Blei, der Puls rast hoch, obwohl ich das Lauftempo schon zurückgefahren habe.

Ich kämpfe mich an die Getränkestation bei km 37,5, freu mich auf einen Schluck Wasser und ein paar Sekunden gehen.

Mein Ziel ist die Verpflegungsstation bei KM 40. Ich merke wie ich massiv an Zeit verliere. Meine Pace von km 35 bis km 40 liegt nur noch bei 6:30min/je km.

Egal, denke ich mir, Hauptsache du kommst durch und unter 4 Stunden wird es allemal sein. Aber nein, ich wollte unbedingt die 3:45 Std knacken.
Also ich die Verpflegungsstation kurz vor KM 40 erreiche, komme ich nur noch auf der „Felge“ daher. Kraftlos ohne Power- Aber aufgeben, jetzt? 2 KM vor dem Ziel? – Niemals.
Ich schnappe mir einen Becher Tee, und einen Becher Cola in der Hoffnung dass der Zucker in den Getränken mich nochmal so hoch pusht und ich die beiden Km noch durchlaufen kann.

Ich gehe die 100 m noch bis zu KM 40 Markierung und Laufe dann wieder los. Ich habe nun so viel Zeit verloren, dass mein 5 Minuten Zeitvorsprung komplett weg ist, ich liege aber noch auf Kurs.

Ich gebe nochmal alles und schleppe mich auf KM 41, aber es geht nicht, ich konnte die Pace von 5,20 min/ je km nicht weiter gehen- egal es sind noch 1,195 km bis ins Ziel. Ich mobilisiere nochmal alle Reserven, 500 m vor KM 42, auf der langen Geraden, bekomme ich Krämpfe in beiden Oberschenkeln. Ich zöger kurz will gerade das Tempo rausnehmen, da ruft mir ein Zuschauer von außen zu: „Lauf Andy, komm gleich hast du´s geschafft!!!“

Glaubt mir, egal wie schmerzhaft alles war, ich lief weiter, und das so schnell ich konnte.

Juhu KM 42, nun kommen die letzten 200m, ich laufe die letzte Linkskurve und nun geht es in die Festhalle.

Viele Zuschauer, tolle Stimmung, ein unglaubliches Gefühl nun auf dem roten Teppich in die Festhalle einzulaufen.

Ich kann nur noch die Arme hoch reißen, durch den Zielbogen laufen und ich bin total überwältigt und mega stolz das alles gepackt zu haben.

Ich genieße noch kurz die Stimmung, atme durch geh dann weiter in den Zielverpflegungsbereich. Erst jetzt realisiere ich meine Ziel Zeit und freue mich, dass ich die 42,195 km in 3:48 Std gepackt habe. Es hat leider nicht auf die 3:45 Std gereicht, aber das macht mir nichts aus.

Ich nehme meine Finishermedaille in Empfang und genieße die Zielverpflegung (Tee, Suppe, Kuchen, Cola, ISO, Früchte, Radler).

Mein Fazit zum Marathon laufen: Marathon Laufen macht riesig Spaß. Die viele Zeit der Vorbereitung lohnt sich auf jeden Fall. Die Schmerzen vergehen in den nächsten Tagen und ich werde mit Sicherheit mal wieder einen Marathon unter die Füße nehmen…. Vielleicht schon im Frühjahr 2012? Wer weiß, mal schauen .

Mein Fazit zum Frankfurt Marathon: Der FFM Marathon ist es auf jeden Fall wert, einmal dabei gewesen zu sein. Die Strecke ist super, es wird viel an der Strecke geboten, die Verpflegung der Läufer ist absolut in Ordnung.

Ich kann mir gut vorstellen nächstes Jahr wieder hier her zu kommen.

Die Organisation außerhalb ist ebenso gelungen. Die Organisatoren haben alles im Griff und man merkt dass viele Leute mit Erfahrung beteiligt sind.

Ein weiteres besonderes Highlite war, dass beim letzte Staffelwechsel der 100 Jährige Marathonläufer Fauja Singh stand und alle Läufer abgeklatscht hat. Dieser ging ja in der Staffel an den Start, ich habe ihn später dann im Zielbereich wieder gesehen.

Negativ war lediglich, dass es für alle die ihre Startunterlagen am Samstag nach 18 Uhr geholt haben keine Kleiderbeutel mehr gab und dass für alle Finisher nach 5 Std. keine Medaillen mehr zur Verfügung standen. Allerdings wurde zugesichert, dass jeder Läufer seine Medaillen noch zugesendet bekommt.

Autor:

Ich bin Andy, seit einigen Jahren ist Trailrunning meiner Leidenschaft. Dabei stehen nicht die Wettkämpfe und Platzierungen im Vordergrund. Mein Traum ist es, Orte auf der ganzen Welt zu erlaufen, je abgelegener desto besser. Das Erlebnis, einen Ort zu Fuß zu erreichen und dabei auch mal die eigenen Grenzen zu verschieben, ist so einmalig, dass ich es niemals wieder missen möchte. Gerne berichte ich euch von diesen Abenteuern und nehme euch mit in die Welt der Trails. "Design your life or your life designs you!"

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